EU Rat 2020 - Du bist dran, Deutschland

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Zum 1. Juli hat Deutschland die EU Ratspräsidentschaft übernommen. Zusammen mit Portugal und Slowenien bildet Deutschland eine sogenannte Trio-Präsidentschaft. In den kommenden 18 Monaten verfolgen die drei Länder, deren Ratspräsidentschaft jeweils nach sechs Monaten wechselt, eine gemeinsame Agenda (Zusammenfassung).

Ganz oben auf dieser Agenda steht die Förderung einer digitalen und europaweiten Transformation, mit dem Zweck, die Bürger vor illegalen Aktivitäten im Internet und Fehlinformationen zu schützen. Für uns als datenverarbeitendes Unternehmen ist es sehr erfreulich, dass ausgerechnet dieser Punkt ganz oben in einem Programm steht, das Deutschland federführend mitgeschrieben hat. Denn so löblich dieses gesetzte Ziel ist, besonders viel Nachholbedarf hat ausgerechnet Deutschland auf diesem Gebiet.

CARFAX verfolgt die Vision, einen transparenten und fairen Gebrauchtwagenmarkt für alle in Europa zu etablieren. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit unzähligen Partnern in ganz Europa zusammen, von Ministerien über Zulassungsbehörden bis hin zu Prüfgesellschaften und Strafverfolgungsbehörden. Die Zusammenarbeit sieht dabei meist ähnlich aus: CARFAX erhält Zugang zu fahrzeugbezogenen Daten, um so detailliert wie möglich Lebensläufe für Fahrzeuge zu erstellen – ohne Rückschluss auf Einzelpersonen.

Millionen Europäer können sich bereits informieren – doch der größte Markt fehlt

Das machen wir schon mit großem Erfolg, mehr als 300 Millionen europäische Fahrzeuge befinden sich in unserer Datenbank, Millionen Europäer können sich mit CARFAX vor dem Kauf und Verkauf eines Gebrauchtwagens wichtige Informationen einholen. Doch ausgerechnet der größte Markt der Europäischen Union spielt hier nicht mit. Ein – aus unserer Sicht – zu streng bzw. falsch ausgelegter Datenschutz erklärt Fahrzeuginformationen zu persönlichen Daten. Deutsche Konsumenten und Menschen, die in Deutschland Autos erwerben wollen, kaufen die sprichwörtliche Katze im Sack, denn sie haben kaum Chancen, Einblicke in die Fahrzeughistorie zu erhalten. Das wäre allerdings wichtig: Allein manipulierte Kilometerstände bedeuten für die Menschen jährlich Schäden in Milliardenhöhe!

Wir setzen große Hoffnungen und Erwartungen in diese Trio-Präsidentschaft, denn um den Agendapunkt zu treiben, Bürger vor illegalen Aktivitäten im Internet und Fehlinformationen zu schützen, gibt es für Deutschland kaum bessere Partner als Slowenien und Portugal. Slowenien gehört zu den ersten Märkten in Europa, die dank umfangreicher Kooperationen die Etablierung von Fahrzeughistorien möglich gemacht hat. Bereits seit 2010 ist CARFAX auf dem slowenischen Markt eine feste Größe.

Mit Portugal, das am 1. Januar 2021 die Ratspräsidentschaft übernimmt, steht ein Land an Deutschlands Seite, das sich bereits entschieden hat, mehr Transparenz auf dem Gebrauchtwagenmarkt zuzulassen. Fast zeitgleich mit der Übernahme der Ratspräsidentschaft wird CARFAX Millionen Portugiesen umfangreiche Fahrzeughistorien zur Verfügung stellen können.

Deutschland muss seine historische Chance nutzen

Deutschland hat nun also die historische Chance, auf europäischer Ebene das nachzuholen, was national bislang versäumt wurde: zu einem Vorreiter der digitalen Transformation zu werden mit dem Ziel, Menschen zu schützen und ihnen die Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um selbstbewusst (Kauf-)Entscheidungen treffen zu können. Dazu müssen fahrzeugbezogene Daten sowohl den Bürgern als auch Aggregatoren wie CARFAX zur Verfügung gestellt werden. Daran wird sich insbesondere Deutschland messen lassen müssen.

Für ein Europa, in dem wir gut und gerne leben.