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06 März 2020

Autowert ermitteln: Der Preis ist heiß

Bevor das Auto den Besitzer wechselt, muss man sich über den Preis einigen. Doch den zu ermitteln, bedarf einiger Recherche.

„Über Geld spricht man nicht …“, meinte einst Milliardär Jean Paul Getty. Das geht beim Autokauf oder -verkauf natürlich nicht. Doch die Frage, was das Fahrzeug wirklich wert ist, ist für den technischen Laien nicht einfach zu beantworten. Will man zu viel, bleibt der Pkw auf dem Hof stehen, verkauft man unter Wert, ärgert man sich.

Zustand und Ausstattung beeinflussen den Autowert

Wie aber ermittelt man den Marktpreis? Beim Gebrauchtwagenmarkt ist es wie in der freien Wirtschaft, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Ein Beispiel: Suchst oder verkaufst du einen Polo, gibt es meist eine große Auswahl. Will man einen Porsche Boxster kaufen, sind die Offerten schon überschaubarer.

Auf den Autowert zahlen ebenso technische Daten wie die Motorisierung oder die Antriebsart ein. Das verdeutlicht die Dieselaffäre: Will man seinen VW-Selbstzünder verkaufen, sollte man schauen, ob beim Motor der Name EA 189 (Anm. d. Red.: EA bedeutet Entwicklungsauftrag) angegeben wird. Die Maschine wurde in den Baujahren 2009 bis 2014 verbaut. Die damit angetriebenen Automobile sind vom berühmt-berüchtigten Dieselskandal betroffen. Das macht den Wiederverkauf schwierig. Ein Hybrid- oder ein vollelektrisches Auto werden dagegen gerade auf dem Gebrauchtwagenmarkt gesucht, ergab die aktuelle Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT). Grund: Durch die staatlichen Prämien für E-Neufahrzeuge verfallen die Preise für gebrauchte Stromer.

Eine weitere Bemessungsgrundlage für den Fahrzeugwert ist die Ausstattung. Also alles das, was über die Serienausstattung hinaus geht. Das können Assistenzsysteme, ein besonderes Leder, Leichtmetallfelgen, Keramikbremsen oder ein Sportpaket sein. Dieses sogenannte Sonderzubehör schlägt sich im Verkaufspreis nieder. Auch die Farbe beeinflusst den Wert. Schwarz, Weiß und Silber sind seit Jahren die meistgekauften. Die schrille Lackierung in Pink ist darum eher schwerer an den Mann oder die Frau zu bringen.

Merkmale, die den Wert von Fahrzeugen positiv beeinflussen

Merkmale, die den Wert von Fahrzeugen positiv beeinflussen

Online-Marktplätze sind ein guter Anhalt

Eine erste Orientierung bei der Fahrzeug-Wertermittlung ist die Recherche auf den Online-Autoplattformen. Gibt man Modell, Laufleistung, Baujahr und Sonderausstattung ein, sieht man die Preise, die derzeit für vergleichbare Fahrzeuge aufgerufen werden. Dadurch hat man eine ungefähre Vorstellung für den Wert des zu verkaufenden Autos. Die dort angegebenen Summen sind in der Regel etwas höher als der tatsächliche Wert. Die Angaben der Verkäufer*innen sind eine Verhandlungsbasis und somit nicht in Stein gemeißelt.

Auf den Internetseiten der Autobörsen wie autoscout24.de, wirkaufendeinauto.de oder mobile.de gibt es darüber hinaus einen kostenlosen Preisrechner. Der wirft jedoch nur einen Durchschnittspreis aus.

Schwacke-Liste ist die Bibel der Restwerte

Wer sich nicht auf die Angaben auf den Autoplattformen stützen will, kann auf die legendäre Schwacke-Liste zurückgreifen. Der Erfinder Hanns Schwacke war ein Autohändler und erfasste ab 1957 die Restwerte von Autos, Nutzfahrzeugen und Motorrädern. Das Unternehmen, zwischenzeitlich international aufgestellt, gibt an, eine europaweite Marktbewertung durchzuführen. Die dort ermittelten Werte setzen sich aus Umfragen im professionellen Autohandel (inklusive Standzeiten), Marktanalysen, offiziellen und hausgemachten Statistiken zusammen.


💡 Der Restwert errechnet sich aus Alter, Zustand und Ausstattung des Modells, aber auch Angebot und Nachfrage.


Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ nannte die Schwacke-Liste zum 50-jährigen Jubiläum die „Bibel des Gebrauchtwagenmarkts“. Autohersteller bemühen sich stets um ein gutes Verhältnis zu den Schwacke-Experten*innen, denn seit 1990 gilt die Liste als Industriestandard. Ein hoher Restwert ist nämlich gut fürs Image der Marke und für den Wiederverkauf des Modells. Der Autohandel orientiert sich bei seiner Preisfindung grundsätzlich an der Taxierung. Was für den professionellen Handel recht ist, ist für den Laien auch gut. Bei der Fahrzeug-Wertermittlung kann also davon ausgegangen werden, dass der Schwacke-Preis den Marktrealitäten entspricht.


💡 Ein Industriestandard ist keine offizielle Norm, wird aber von den meisten Herstellern als technischer Standard zugrunde gelegt.


Schwacke unterscheidet zwei Kundengruppen: Zum einen die Händler*innen, die ein Abo abschließen können, um den Bewertungsservice fortlaufend zu nutzen. Zum anderen die Endverbraucher*innen. Sie haben die Möglichkeit, gegen eine Gebühr von 19,50 Euro eine einzelne Wertermittlung abzufragen. Dazu muss man ein Formular ausfüllen, das auf der Internetseite schwacke-bewertungen.com abrufbar ist. In Deutschland gibt es neben Schwacke auch Bewertungslisten vom ADAC und DAT. TÜV und Dekra bewerten ebenfalls Gebrauchtwagen.

Tipps zum Werterhalt deines Autos

Tipps zum Werterhalt deines Autos

Oldtimer und Exoten sind ein Sonderfall

Exotische Autos, Sondereditionen oder Oldtimer tauchen hier allerdings selten auf. Dafür gibt es entsprechende Automessen, Börsen oder Fachtitel, die einen Kleinanzeigenteil beinhalten. Darüber hinaus kann man bei den Heritage-Abteilungen der Hersteller ebenfalls einiges zum Wert erfahren. Über diese Quellen hinaus sollten sie vor dem Kauf ein Gutachten bei einem technischen Prüfdienst erstellen lassen. Auch wenn das vielleicht mehr als 100 Euro kostet.

Es ist sehr hilfreich, die Gebrauchtwagenhistorie zu kennen. Sie gibt Auskunft darüber, ob Vorschäden, Umbauten oder Unfälle vorliegen und durch wie viel Hände das Fahrzeug bereits gegangen ist. Diese Informationen der CARFAX Gebrauchtwagenhistorie von Fahrzeugen in etwa 20 Ländern sind weitaus günstiger als Gutachten und bieten eine solide Beurteilungsbasis. Anhand des Auto-Lebenslaufs kann man zum Beispiel prüfen, ob die Angaben der Anzeigen in den Autobörsen stimmen. Denn die basieren auf der – nicht immer großen – Wahrheitsliebe des/der Inserenten*in.

Natürlich ist die Vorarbeit etwas mühsam, kann am Ende aber viele Euros bringen oder sparen. Aber nach der Recherche steht einem guten und fairen Verkauf oder Kauf nichts mehr im Wege.


💡 Voll- oder Teilkasko?

Normalerweise sichert man ein Neufahrzeug die ersten Jahre mit einer Vollkasko-Versicherung ab. Doch mitunter lohnt sich auch bei Gebrauchten der Rundumschutz. Wer einen hohen Schadenfreiheitsrabatt, ein Automobil mit wenig Hubraum hat und in einer unfallarmen Region wohnt, sollte sich darüber informieren, ob eine Vollkasko nicht sogar günstiger als eine Teilkasko ist. Die schließt man normalerweise ab, wenn das Auto so um die 5 Jahre alt ist. Bevor man abschließt, sollte man sich vorab über die Preise informieren. Das lohnt sich. Einen Überblick liefern Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox. Beim Errechnen des Versicherungsbeitrags ist auch die Höhe der Selbstbeteiligung entscheidend.


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