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StartseiteBlogGebrauchtwagencheckUnfallwagen: Geht der noch?
11 März 2020

Unfallwagen: Geht der noch?

Wer nicht selbst an einem Gebrauchtwagen schrauben will oder kann, möchte einen Unfallwagen beim Kauf lieber vermeiden. Aber es ist nicht gesagt, dass der Verkäufer diese Information immer transparent offen legt. So kannst du selbst bei der Autobegutachtung nach Anzeichen für einen Unfall suchen.

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Selbst wenn nur ein geringer Aufprall beim Parken passiert, ist das Auto nicht mehr unfallfrei. Bei jedem Schaden, die durch externe Einwirkung während eines Unfalls entsteht und der über kleine kosmetische Mängel hinausgeht, handelt es sich um einen Unfallschaden.

Dank neuer Sicherheitsassistenten in aktuellen Modellen und durch weniger Verkehr aufgrund der Pandemie-Maßnahmen sank zwar die Zahl der Unfälle europaweit. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Gebrauchtwagen ein Unfall hatte. So registriert das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr allein in Deutschland rund 2,2 Millionen Unfälle bei rund 58 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeugen. 


💡Unter die amtliche Definition von Kraftwagen fallen Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Sattelschlepper, Omnibusse, Motorräder, sonstige Krafträder und andere Kraftfahrzeuge.


Logischerweise ist so ein Vehikel weniger wert, denn der Betrag für die Instandsetzung, den die Versicherung entweder bei der Reparatur oder aufgrund eines Gutachtens zahlen würde oder bereits gezahlt hat, muss vom Marktwert abgezogen werden.

Ein Unfallfahrzeug identifizieren

Doch wie kann man mögliche Unfallschäden bei einem Gebrauchtfahrzeug entdecken? Bei Kraftwagen, die aus den USA und Europa kommen, ist, bei entsprechender Datenlage, in der Gebrauchtwagenhistorie von CARFAX dokumentiert, ob das Auto in einen Unfall verwickelt war. Bei den US-Fahrzeugen ist dort auch notiert, wenn ein „Salvage Title“ eingetragen ist. So markieren die dortigen Behörden das Fahrzeug als Totalschaden. Handelt es sich um ein Auto oder Transporter, der bislang nur in Deutschland zugelassen war, kann das aktuell noch nicht über CARFAX kontrolliert werden, da Fahrzeug-Identifizierungsnummern in der Bundesrepublik unter einen besonders strengen, wir meinen zu strengen, Datenschutz fällt.

Grundsätzlich kann auch ein technischer Amateur feststellen, ob es sich um einen unfallfreien Gebrauchtwagen handelt oder nicht. Man muss nur die Augen aufmachen und das Auto am besten bei Tageslicht begutachten. So lassen sich Dellen und Schrammen schnell identifizieren. Das geht aber nur, wenn der Wagen frisch gewaschen ist. Beim Handel ist das in der Regel so. Das Fahrzeug soll ja einen guten Eindruck machen.

Ist man unsicher, hilft der Tastsinn, indem man mit den Fingerkuppen über die kritischen Positionen (beispielsweise, wenn ein Lack optisch stumpf aussieht) entlangfährt. Rost ist ebenfalls erkennbar, genauso wie unregelmäßig lackierte Stellen. Ob ein Wagen nachlackiert wurde, lässt sich auch an den Dichtgummis an den Türen, um den Kofferraum oder an der Motorhaube feststellen. Dort dürfen keine Lackspritzer zu sehen sein. Wurde an einer Stelle gespachtelt, findet man die, indem man mit einem Magneten über die Karosserie fährt. Metall hat eine anziehende Wirkung, Spachtelmasse nicht.

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Es gibt Anzeichen, die auch der technische Laie erkennen kann

Ein Indiz für den Unfall sind die Spaltmaße. Das sind die Abstände benachbarter Bauteile wie zwischen Motorraumdeckel und Kotflügel. Im Automobilbau gilt ein regelmäßiges Spaltmaß als ein Qualitätsmerkmal. Beim Unfallfahrzeug ist das in den meisten Fällen aus den Fugen geraten. Die können mit einem Lineal oder einer Spaltmaßlehre (gibt es im Onlinehandel) nachgemessen werden. Doch es gibt noch mehr zu prüfen.

Dafür muss man auf die Knie gehen. Dann kann man sehen, wie das Reifenprofil aussieht. Ist es auf einer Seite stark abgenutzt, ist das ein Warnsignal, dass die Reifen nicht mehr gleichmäßig abrollen. Das könnte auf einen Fahrwerksschaden hindeuten. Das gilt auch für die Felgen. Sind die beschädigt, sollte man kritisch nachfragen. Entweder ist der/die bisherige Fahrer*in nur ungeschickt und hat sie beim Einparken verkratzt oder es rührt von einem Unfall her. In dem Fall muss ein Fachmann ran. Der kann das Fahrzeug dann auf die Hebebühne fahren, um zu sehen, ob die Spurstangen und Radaufhängungen betroffen sind.

Der Augenschein ist nur ein Bestandteil der Unfallprüfung. Ein anderer ist die Probefahrt. Dabei sollte man auf das Lenkverhalten achten. Nimmt man auf gerader Strecke die Hände vom Lenkrad, muss es eine Weile weiter geradeaus fahren. Zieht das Fahrzeug in die eine oder andere Richtung, sollte man sich bei dem/der Anbieter*in erkundigen, worauf das zurückzuführen ist.

Wie leicht die Autotür schließt, ist ebenfalls ein Prüfansatz. Sie muss ohne großes Getöse und Kraftanstrengung zufallen. Tut sie das nicht, kann das ein Hinweis auf einen Unfall sein, denn sie hat sich entweder verzogen oder sie wurde nach einer Karambolage ausgetauscht.

Der Blick ins Innere lohnt

Ein Blick in den Motorraum des Fahrzeugs lohnt sich. Registriert man hier Schweiß- oder Stauchspuren, kann das eine Folge eines Zusammenstoßes sein. Und so banal es ist, aber bei der Fahrzeugbesichtigung empfiehlt es sich, die Teppichmatte im Kofferraum anzuheben und den Boden auf Schweißarbeiten und Roststellen hin zu untersuchen.

Bei der Prüfung ist gut, wenn man das Fahrzeug nach dem Vier-Augen-Prinzip mit einer Begleitung begutachtet. Geschickte Verkäufer reden bei der Besichtigung oft viel und alles harmlos. Das kann ablenken.

Wer sich jetzt noch nicht sicher ist, sollte eine CARFAX Gebrauchtwagenhistorie anfordern, in der dokumentiert wird, was bei CARFAX über das Fahrzeug bekannt ist. Bei Fahrzeugen, die bislang nur in Deutschland zugelassen waren, kann man aufgrund der hier geltenden Datenschutzregeln darauf leider nicht zurückgreifen. Hier bleibt dann nur noch die Prüfung durch einen Sachverständigen.

Ist der Wagen so beschädigt, dass es sich nicht mehr lohnt, ihn reparieren zu lassen, spricht man von einem Totalschaden. Hier unterscheidet man zwei Formen, erklärt das Goslar-Institut, das Verbrauchsthemen für Versicherungen erforscht. „Das ultimative Aus für einen Unfallwagen ist der technische Totalschaden. In diesem Fall ist das Auto so stark beschädigt, dass es technisch nicht mehr instandgesetzt werden kann.“ Das heißt, das Fahrzeug hat einen Restwert von „null“ und die letzte Fahrt geht zum Autofriedhof. „Beim wirtschaftlichen Totalschaden hingegen ist eine Reparatur grundsätzlich noch möglich, rechnet sich aber nicht.“ Das bedeutet: „Die voraussichtlichen Reparaturkosten liegen über dem sogenannten Wiederbeschaffungswert“, heißt es beim Institut.


💡Der Restwert ist der Betrag, für den das Unfallfahrzeug unrepariert verkauft werden könnte. Ist der bei Null gibt es spezielle Unternehmen, die den Wagen noch nach brauchbaren Teilen „ausschlachten“.


Grundsätzlich gilt aber: Unterschlägt der/die Verkäufer*in die Information, dass ein Fahrzeug einen Unfall hatte, ist das Betrug. Fatal wird es allerdings dann, wenn der Wagen mehrere Vorbesitzer*innen hatte und der aktuelle vielleicht auch nicht wusste, dass das Auto in einen Crash verwickelt war. Darum sollte man zweimal hinsehen, ob das Fahrzeug Unfallspuren hat.

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