Vom Wrack zum Premium-Gebrauchten – Das kriminelle Geschäft mit US-Importen

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​Seit 2007 kämpft CARFAX für mehr Transparenz auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt. Wie wichtig diese Mission ist, zeigt ein Bericht im aktuellen stern.

Fehlende Transparenz und übermäßiger Datenschutz liefern in Deutschland den perfekten Nährboden für kriminelle Machenschaften der Gebrauchtwagenbranche. Zu diesem Schluss kommt auch der stern, der in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 46 vom 05.11.2015) mit Hilfe von CARFAX die dreiste Methode beleuchtet, schrottreife US-Fahrzeuge in Europa als Premium-Gebrauchtwagen anzubieten.

Diese fahrlässige und vor allem illegale Masche, ist leider auch in Deutschland längst salonfähig geworden, wie der stern anhand eines Mercedes-Benz CLS beweist, der in einem Autohaus in der Nähe von Hamburg als silbern-funkelndes Schnäppchen im Topzustand angeboten wird. Mithilfe der Fahrgestellnummer, der international gültigen und eindeutig zugewiesenen Seriennummer eines Kraftfahrzeugs, gräbt Autor Frank Janßen in der Vergangenheit des Edel-Coupés – und deckt Erschreckendes auf.

Gerissene Händler ersteigern auf Restwertbörsen in den USA schrottreife Karossen, die von der Versicherung als Totalschaden eingestuft worden sind. In den USA sind diese Autos fast unverkäuflich – denn dort ist der Lebenslauf eines Fahrzeugs für jeden einsehbar. In der Regel werden Werkstattaufenthalte in einer virtuellen Fahrzeugakte dokumentiert und wichtige Informationen zum Schutz der Verbraucher in Datenbanken gesammelt, welche für Interessenten jederzeit im Internet abrufbar. Wer in Amerika einen passenden Gebrauchtwagen ausgeguckt hat, wendet sich deshalb gern erst einmal an Verbraucherportale wie CARFAX.

Gerade in Deutschland liefern jedoch ein strenger Datenschutz und fehlende Transparenz perfekte Bedingungen für das kriminelle Geschäftsmodell, das mit dem US-Markt eng verwoben ist und üppige Gewinnmargen verspricht.  „Wir wissen von sehr vielen Autos, die mit einem Totalschaden in verschiedene europäische Länder importiert werden“, verrät Erich Sturm vom Fachbereich Internationale Kfz-Verschiebung beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. „Meistens sind das Litauen und Polen.“ 

Verkauf statt Schrottplatz

Dort hat sich rund um den Gebrauchtwagenmarkt ein gigantisches Netzwerk etabliert. Häufig werden Unfallwagen mit Teilen aus gestohlenen und ausgeschlachteten Fahrzeugen repariert. „Einer der Hauptumschlagplätze für solche Autos ist die Stadt Kaunas in Litauen“, sagt Christian Wittmann von CARFAX Europe. Dort werden die Autos dann meist mehr schlecht als recht repariert, denn je sorgfältiger die Instandsetzung vorgenommen wird, desto geringer fällt der Gewinn aus.

Wittmann, Marketingchef von CARFAX Europe, warnt ausdrücklich vor solchen Gebrauchtwagen, deren üble Geschichte ein Laie nicht erkennen kann. „Wir haben schon Autos gesehen, die waren in der Mitte auseinandergebrochen“, sagt er. CARFAX wurde 2007 gegründet – mit dem Ziel, Fahrzeughistorien zu vervollständigen und so für mehr Transparenz zu sorgen.
Um Verbraucher vor den illegalen Methoden der Autoschieber zu schützen, müssten Informationen von Prüfstellen wie dem TÜV, den Werkstätten, den Zulassungsstellen und der Polizei zusammengeführt werden – wie in den USA. „Das Thema wird in Deutschland diskutiert", sagt  Sturm, "aber der Datenschutz ist sehr stark.“

Und so gelangt auch der vom stern nachverfolgte CLS nach Deutschland und wird dort als junger Premium-Gebrauchter angepriesen, obwohl er in den USA nach einem schweren Unfall als reif für den Schrottplatz deklariert wurde. Er findet rasch einen Käufer, wie so viele andere Produkte deutscher Premiumhersteller auch, die dort angeboten werden. Während der stern-Recherchen im Oktober 2015 sind mindestens sechs Audi, BMW und Mercedes-Benz zum Verkauf angeboten worden – allesamt in US-Datenbanken mit teilweise erheblichen Vorschäden gespeichert. Lapidare Antwort auf die Frage, ob der besagte Mercedes-Benz CLS vielleicht ein Unfallwagen sei: „Da war mal was, ein kleiner Schaden hinten rechts“, meint die Dame im Verkaufsbüro. „Aber nur ganz leicht.“

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www.stern.de/auto/service/kriminelle-gebrauchtwagenmasche---alte-wracks-wieder-frisch-gemacht-6539846.html

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