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09 März 2020

Fahrgestellnummer: Ausweis fürs Auto

Was zeichnet eine Fahrgestellnummer oder, wie es im Amtsdeutsch heißt, Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) aus? Sie ist das unverwechselbare Identitätsmerkmal für jedes einzelne Fahrzeug.

Was eine Fahrzeug-Identifizierungsnummer wert sein kann, zeigt der Fund eines Autohändlers im Jahr 2020. Er fand das Getriebe des legendären Unfall-Porsches von James Dean. Anhand der Nummer 10.046 wurde vom Experten Lee Raskin die Echtheit des Getriebes bestätigt, denn die Zahl passte zur Fahrgestellnummer des 550 Spyder.

Die Fahrgestellnummer ist das, was bei den Menschen der Personalausweis ist – ein Identitätsnachweis. Vor 20 Jahren wurde in der EU-Verordnung 76/114/EWG nicht nur der Begriff Fahrgestellnummer mit dem Namen Fahrzeug-Identifizierungsnummer (der internationale Begriff lautet Vehicle Identification Number, kurz: VIN) ersetzt, sondern auch eine einheitliche Nomenklatur geregelt. Die hat 17 Stellen (genau wie in den USA), ist aufgeteilt in drei Blöcke und genauso unverwechselbar wie die Papillarleisten auf der Unterseite der Fingerkuppen, wie der oben genannte Getriebe-Fund belegt. Doch auch bei „normalen“ Fahrzeugen schafft die FIN (VIN) unter anderem Sicherheit beim Autokauf oder im Fall von Herstellerrückrufen.


💡 Amtlich wurde die Fahrgestellnummer 1981 durch die EU in Fahrzeug-Identifizierungsnummer (int. Vehicle Identification Number, VIN) umbenannt. Doch im deutschen Sprachgebrauch konnte sich der Begriff nicht durchsetzen. Man spricht immer noch von der Fahrgestellnummer.


Wo steht die Fahrzeug-Identifizierungsnummer?

Wer sie sucht, findet sie zunächst in Zulassungsbescheinigung und im Brief. Doch Dokumente könnten gefälscht werden. Darum stanzen alle Hersteller diese Nummer im Automobil, im Zugfahrzeug, in Bussen oder am Motorrad ein. Dieses doppelte Absichern ist fälschungssicher und erschwert den Weiterverkauf gestohlener Fahrzeuge, heißt es beim deutschen Automobilclub ADAC. Wo die Fahrgestellnummer am Fahrzeug angebracht werden muss, regelte die EU ausnahmsweise nicht. Darum musst du auf die Suche gehen. Entweder sie befindet sich am Lenkrad, am Türrahmen, im Kofferraum, im Motorraum oder unterhalb der Windschutzscheibe am Armaturenbrett. Bei Motorrädern ist sie in der Regel am Rahmen eingraviert.

Wo finde ich die Fahrgestellnummer?

Wo finde ich die Fahrgestellnummer?

„Warum die Mühe?“, wirst du fragen. Gründe dafür gibt es viele: Eine Übereinstimmung zwischen Dokumenten und Fahrzeug garantiert dir zum Beispiel, dass Papiere und Fahrzeug zusammengehören. Ist das nämlich nicht der Fall, liegt der Verdacht eines Betruges nahe.

Gerade beim Autokauf ist wichtig die Echtheit der Dokumente zu checken. Das kann durch eine Überprüfung der Fahrzeughistorie geschehen. Stimmen die Daten der Historie mit den Dokumentenangaben überein, ist das ein wichtiger Hinweis für die Richtigkeit.

Auch das FIN Cloning nimmt immer mehr zu. Die Kriminellen klonen die Nummer und stehlen damit die Identität eines legalen Fahrzeugs. In den Papieren und dem gestohlenen Auto wird dann die legale Fahrzeug-Identifizierungsnummer des Herstellers ausgetauscht und durch die „falsche“ ersetzt. Nach Angaben des National Crime Prevention Council werden allein in den USA bis zu 225.000 gestohlene Autos jährlich durch das Klonen der FIN „legalisiert“. Darum ist es wichtig, die angebrachte FIN im Fahrzeug genaustens auf Austauschspuren hin zu untersuchen. Die Nummer hilft zudem Versicherung und Polizei im Falle eines Diebstahls das Fahrzeug zu beschreiben.

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Warum muss die FIN gut lesbar sein?

Im selben Zug solltest du prüfen, ob die FIN (VIN) noch gut lesbar ist. Denn das Gesetz schreibt vor, dass Automobile oder Krafträder mit unlesbaren Fahrgestellnummern nicht mehr im Straßenverkehr unterwegs sein dürfen.

Über diesen Aspekt hinaus lohnt es sich noch aus einem anderen Grund, sich mit der FIN zu beschäftigen. Wer sie lesen kann, erfährt viel über die Geschichte des Fahrzeugs. Die Fahrgestellnummer ist nämlich keine willkürliche Ansammlung von Zahlen und Buchstaben. Sie geben unter anderem Auskunft über den Produktionsort, Hersteller, über das Baujahr, Baureihe, Modell und Ausstattung.

Wie kann ich die Fahrgestellnummer decodieren?

Die ersten drei Ziffern sind der sogenannte „World Manufacturer Identifier“-Code (WMI, zu Deutsch: Welt-Herstellerkennung). Dieser Schlüssel wird vom Verband der Automobilingenieure SAE International vergeben und dort registriert. Einzig I, O und Q wirst du nicht finden, da diese mit numerischen Zeichen verwechselt werden können.

Die ersten Codierungen des WMI stehen für die Region, in der der Automobilhersteller beheimatet ist. Das kann ein Buchstabe oder Ziffern sein. Wird das Auto von einem europäischen Hersteller gefertigt, erkennst du das an den Buchstabenkennung S bis Z. In Deutschland hergestellte Fahrzeug identifizierst du am W. Die restlichen sind Informationen der Hersteller. WBY wird beispielsweise für die BMWi-Baureihe verwendet. Die Positionen 4 bis 6 sind Angaben zur Ausstattung, können aber auch einfache Füllzeichen ohne Bedeutung sein. Die 7. bis 8. Position gibt den Fahrzeugtyp an. An der 9. Stelle stehen in Europa häufig Füllzeichen, in den USA und Kanada werden hier Prüfzeichen positioniert.

Die zehnte bis siebzehnte Stelle sind fortlaufende Nummern vom Hersteller. An der zehnten Stelle lässt sich das Modelljahr ablesen. Das muss nicht zwingend mit dem Herstellungsjahr übereinstimmen. Das ist dann der Fall, wenn die Autopremiere 2020 war, aber die Serienfertigung erst im Jahr 2021 anläuft. Die elfte Stelle steht für den Herstellungsort. Beispiel: Bei VW kennzeichnet man mit W die Produktion in Wolfsburg (R die Produktion in Martorell, Spanien). Die Stellen 12 bis 17 sind die individuelle Produktionsnummer.

So kannst du die Fahrgestellnummer entschlüsselt

Fahrgestellnummer decodieren

💡 Auf welchem Kontinent wurde mein Auto hergestellt

  • A–H Afrika

  • J–R Asien

  • S–Z Europa: SA–SM = Vereinigtes Königreich

  • 1–5 Nordamerika

  • 6–7 Australien/Ozeanien

  • 8–0 Südamerika


Die Fahrgestellnummer ist auch darum wichtig, weil Halter im Falle eines technischen Rückrufs oder eines Unfalls die Besitzer*innen ermittelt werden können.

Was nutzt mir die Fahrgestellnummer beim Autokauf?

Der wohl wichtigste Grund ist jedoch die Überprüfung der Fakten beim Autokauf. Dafür musst du aber nicht das kleine Einmaleins der FIN (VIN) kennen. Bist du an einem möglichen Kauf eines Automobils interessiert, frag den/die Anbieter*in nach der Fahrgestellnummer. Mithilfe der Fahrzeug-Identifizierungsnummer kannst du die CARFAX Datenbank nach Informationen aus 20 EU Ländern sowie den USA und Kanada durchsuchen und die CARFAX Gebrauchtwagenhistorie einsehen. Danach kannst du besser einschätzen, ob das Angebot seriös ist.

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