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17 December 2021

Lohnt sich ein Elektroauto?

Das Auto ist wieder en vogue. Das ist auch der neuen Lust am Elektroauto zu verdanken. Umweltfreundlich sollen sie sein und die Anschaffung wird gefördert. Gegen den Kauf sprechen die hohen Reparaturkosten. Dafür punktet das Elektroauto in Sachen Unterhalt. Wie soll man sich entscheiden? Wir fassen zusammen:

✔ Garantie für die Batterie spielt beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos wichtige Rolle ✔ Betriebskosten wie Schmierstoffe fallen beim Elektroauto nicht an ✔ Verschleißteile sind bei Elektroautos genauso auszutauschen wie bei den Verbrennern ✔ Tarifdschungel an öffentlichen Ladesäulen ✔ Vergleichsportale helfen bei der Berechnung der Ladekosten zuhause ✔ Reparaturen von Elektroautos sind teurer als bei einem Benziner ✔ Unterbodenschaden heißt auch Batterieschaden ✔ Elektroautos brennen nicht häufiger als die Verbrenner

Unterhaltskosten Elektroauto

Servicetermine sind auch bei einem Elektroauto Pflicht - schon wegen der Batterie. Das ist das teuerste Teil im Elektroauto und muss regelmäßig überprüft werden. Was die Laufzeit anbetrifft, muss ein Akku bei etwa 160.000 Kilometern komplett oder zumindest Module ausgetauscht werden. Eine neue Batterie kostet beispielsweise beim VW ID.3 14.450 Euro, recherchierte „Auto Motor und Sport“. Da ist der Einbau noch nicht drin. Doch ein Wechsel fällt in den meisten Fällen in die Garantiezeit, die überwiegend acht Jahre läuft. Kauft man ein gebrauchtes Elektroauto, ist der Zustand der Batterie ein sehr wichtiges Kaufkriterium. Also genau nachfragen, wie viel die Batterie noch an Leistung aufweist, um keine teure Überraschung zu erleben.

Doch im Unterhalt sind Elektroautos gegenüber den Benzinern unschlagbar günstig, weil die Stromer keine Schmierstoffe brauchen. Die üblichen Verschleißteile wie Bremsen müssen auch im Elektroauto ausgetauscht werden. Dazu addieren sich noch die Betriebskosten wie Strom und Pflege oder die Kfz-Versicherung. Dazu addieren sich noch die Steuervorteile. Dagegen muss man allerdings die Kosten für eine heimische Ladesäule, den Wertverlust und die Abnahme der Batterieleistung ansetzen.

Dennoch spart man im laufenden Betrieb bei Elektroautos beim Treibstoff, der Versicherung und Servicekosten jährlich rund 1.500 Euro gegenüber den traditionell angetriebenen Fahrzeugen, laut dem Fachmagazin „eFahrer“.

Pro und Contra Elektroauto in Sachen Unterhalt:

Positiv: ✔ Keine Schmierstoffe ✔ Steuervorteile ✔ Deutlich günstiger im Unterhalt

Negativ: − Verschleißteile gehören dazu − Abnahme der Batterieleistung − Wertverlust

Der ADAC hat die Kosten anhand konkreter Modelle verglichen:

  • VW ID.3 (Kauf und Unterhalt): 43,7 Cent pro Kilometer

  • Golf 1.5 eTSI Life DSG (110 kW): 51,7 Cent pro Kilometer

„Grundlage aller Berechnungen ist eine durchschnittliche Haltedauer von 5 Jahren mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern“, so der Automobilclub. In der Rechnung wurden zudem die Versicherung, Kfz-Steuer, Ausgaben für Wartung und Reparaturen, Reifenverschleiß, Kraftstoff/Stromkosten und eine Pauschale für die Wagenwäsche/Wagenpflege berücksichtigt. Der größte Kostenverursacher ist der Werteverfall, erklärt der ADAC.

Ladekosten Elektroauto

Wer nicht zu Hause lädt, muss sich durch verschiedene Bezahlsysteme an öffentlichen Ladesäulen kämpfen. Das setzte der BGH jetzt auf die Agenda und entschied, dass ab 2023 neue Ladesäulen über ein Kartenlesegerät verfügen müssen. So haben die Kunden zumindest die gesicherte Option, mit der EC- oder der Kreditkarte zahlen zu können. Bislang konnte man das häufig nur per App vom Stromanbieter oder Hersteller, der an der Ladesäule autorisiert ist.

Über das größte Netzwerk verfügt Ionity. Hier sind viele Automobilhersteller involviert und bieten das Laden für Elektroautos ihrer Marken an den Schnellladesäulen günstiger an. Derzeit liegt nach Analyse der „AutoZeitung“ von Mitte September 2021 der Preis zum Beispiel von VW bei 0,30 Cent je kWh. Dazu addiert sich eine monatliche Grundgebühr von 17,49 Euro, so das Automagazin.

Eine heimische Ladestation macht das Stromtanken preiswerter. Doch beim Aufladen mit einer Haushaltssteckdose muss man Geduld üben. Das kann mehr als zehn Stunden dauern. Schneller ist eine Wallbox. Die wird zurzeit im Falle von Privathaushalten nicht gefördert, da der vorgesehene Etat aufgebraucht und noch kein neuer beschlossen ist.

Aber wie findet man heraus, wie viel Strom für das Aufladen verbraucht wird? Und wie viel kostet es, ein Elektroauto zuhause aufzuladen?

  1. Stromtarife vergleichen und einen günstigen auswählen. Nachtstrom ist, wenn verfügbar, günstiger.

  2. Beim ADAC die Verbrauchsangaben von dem gewünschten Automodell herausfinden.

  3. Den Autostromvergleich von VERIVOX nutzen.

Ein Beispiel: Das Modell Zoe R 110 z.B. 40 Life mit einer 40 kW/h-Batterie verbraucht nach Angaben des ADAC 17,2 kWh/100 km bei einer Reichweite von 300 Kilometern bei normalen Wetterbedingen. Bei Kälte sinken die Reichweitenwerte auf 200 Kilometer. Dann heißt es, ab an die Steckdose. Laut Vergleichsportal VERIVOX würde das Laden für die 200 Kilometer beim günstigsten Anbieter 13,20 Euro kosten, für 300 Kilometer 19,80 Euro.

Reparaturkosten Elektroauto

  • Unfallreparaturen im Schnitt 30 % teurer

  • Akkuwechsel kostet ca. 20.000 Euro

  • Marderbiss kann ca. 7.000 Euro kosten

  • Nicht jede Werkstatt kann E-Autos reparieren

Die Allianz legte im September 2021 eine Untersuchung vor, wonach Elektroautos nach Unfällen erheblich teurer zu reparieren sind als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselantrieb. Der Unterschied beträgt etwa 30 Prozent. Der Versicherer stützt sich bei seiner These auf den durchschnittlichen Schadenaufwand. Die Unfall- und Sicherheitsforscher haben dafür Schadendaten aus den Jahren 2018 bis 2020 ausgewertet.

Auch andere Reparaturkosten liegen beim Elektroauto nach Ansicht der Assekuranz höher. Vor allem der Wechsel der teuren Akkus schlägt ins Kontor, sagt der Versicherungskonzern. Im Schnitt kann man dafür 20.000 Euro ausgeben. Ein Akkuwechsel außerhalb der Garantiezeit ist für Verbraucher wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Teuer kann es auch dann werden, wenn der Marder zubeißt. Knabbert er am Hochvolt-Kabel, muss das ausgetauscht werden. Das kostet bis zu 7.000 Euro, wenn keine Schutzummantelung vorhanden ist. Dann sind es bis zu 97 Prozent weniger. Doch nicht alle Hersteller statten das Auto damit aus.

Wartung und Reparaturen dürfen am Elektroauto übrigens nicht von jeder Werkstatt durchgeführt werden. Denn das Arbeiten am Hochvoltfahrzeug benötigt besondere Kompetenzen. Damit der Elektroauto-Kunde weiß, welche Werkstatt diese Qualifikation hat, hat der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) ein eigenes Logo dafür geschaffen, mit dem der Betrieb sich ausweisen kann.

Übrigens: Dass Elektroautos gerne in Brand geraten, bestätigt die Allianz nicht. Auch wenn die Schlagzeilen für etwas anderes sprechen. Nach Angaben der Allianz gehe im Schnitt etwa 15.000 Autos pro Jahr in Flammen auf. Der Anteil an Elektroautos ist einstellig. Der Verband Deutscher Autoindustrie beruhigt auch in diesem Punkt.

Steigt man auf ein Elektroauto um, ist es zunächst eine Umstellung, die sich lohnen kann. Dafür muss man in erster Linie die Batterie schützen sowie das Kabelnetz. Zugegeben, rät DEKRA aktuell vom Kauf ab und empfiehlt das Leasing.


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