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13 April 2021

Unterhaltskosten für ein Auto: Volle Kontrolle

Es gibt viele Gründe, sich ein Fahrzeug anzuschaffen. Mit der Zulassung fallen auch die Unterhalts- und Betriebskosten an. Die sollte man vor dem Kauf kalkulieren, damit das Traumauto nicht zum Albtraum wird. Individuelle Mobilität kostet nun einmal mehr als die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs. Kfz-Steuer, Versicherungsbeitrag, Tanken, Wartung und Pflege summieren sich schnell. Dazu addiert sich noch der Wertverlust, weil mit jedem Tag und jedem Kilometer das Auto weniger wert wird.

Auto Unterhaltskosten - Übersicht

Unterhalts- und Betriebskosten für ein Auto

Eine Frage des Restwerts

Ein Neuwagen verliert in den ersten Jahren überproportional an Wert. Das kann bis zu einem Viertel vom Neupreis ausmachen, errechnete die Beratungsfirma Bähr & Fess, spezialisiert auf Restwertprognosen. Mit jedem weiteren Jahr kommen etwa fünf Prozent minus hinzu. Darum ist es gut, darauf zu achten, welche Fahrzeuge die geringsten Wertverluste haben.

Alle sechs Monate ermitteln das Nachrichtenmagazin „Focus“ und die Experten von Bähr & Fess die wertstabilsten Marken. Beim aktuellen Ranking fuhr Mercedes-Benz über alle Segmente hinweg zehnmal unter die ersten drei, der Premiumautobauer Audi war neunmal auf den Plätzen eins bis drei. Es folgen BMW und Porsche mit jeweils sieben Positionierungen. Nimmt man nur erste Plätze, stand Audi viermal vorn, Mercedes-Benz holte dreimal den ersten Rang und Porsche war zweimal ganz vorn. Das bedeutet, dass Modelle dieser Marken als Gebrauchte noch hoch gehandelt werden, also beim Wiederverkauf noch gute Preise erzielen. Im Umkehrschluss profitieren Käufer*innen vom hohen Wertverfall in den ersten Monaten nach der Neuzulassung nach der Formel: Je jünger das Fahrzeug, desto günstiger ist es.

Gut gepflegt hat seinen Preis

Das Auto muss jedoch regelmäßig zur Inspektion, soll es technisch topp sein. Da reibt man sich bei der Rechnung einer Markenwerkstatt schon mal die Augen, wenn bei einer großen Inspektion in der Vertragswerkstatt einige Hundert Euro oder sogar eine vierstellige Summe gezahlt werden muss. Reifen verschleißen oder müssen von Sommer auf Winter und umgedreht getauscht werden. Ein Reifenwechsel mit Einlagerung und Prüfung der Flüssigkeiten kostet zum Beispiel bei BMW 180 Euro. Das macht man zweimal jährlich. Damit sind schon mal 360 Euro fällig. Die vorgeschriebenen technischen Hauptuntersuchungen bei den jeweiligen Landesprüforganisationen kosten ebenfalls. Zuvor sollte man das Auto in der Werkstatt checken lassen. Das muss man ebenfalls einkalkulieren.


💡 Wer Geld sparen möchte, kann die Inspektion oder Reparatur in einer freien Werkstatt vornehmen lassen. Vorher unbedingt fragen, ob der Betrieb das Auto nach den Herstellervorgaben prüft. Sicher ist man, wenn das auf der Rechnung vermerkt wird. Entscheidet man sich für einen Service in der freien Werkstatt, ist die Garantie davon unberührt. Ausnahme: Bei einem Leasingfahrzeug schreibt der Leasinggeber vor Inspektionen, Reparaturen und Wartungen in einer Markenwerkstatt durchführen zu lassen.


Zu den Wartungskosten kommen noch die Betriebsausgaben. Zur guten Pflege gehört zum Beispiel die regelmäßige Wäsche. Die kostet in der Waschstraße um die 10 Euro. Das läppert sich. Wer es selbst machen will, verbraucht mindestens Wasser. Und wer keinen Garagenvorplatz hat, muss in die Waschanlage oder einen „Do it yourself“-Waschplatz ansteuern. Auf der Straße ist das Autowaschen verboten. Natürlich spielt auch der Kraftstoffverbrauch bei den laufenden Kosten eine große Rolle. Je nach gefahrenen Kilometern summiert sich die Summe, die man an der Tankstelle lässt.

Elektrofahrzeuge kosten anders

Dank finanzieller Förderung und eines dichter werdenden Ladesäulennetzes rücken Elektroautos immer mehr in den Fokus der Autokäufer*innen. Die Prämie seitens des Staates und der Autohersteller führen in Deutschland dazu, dass derzeit überwiegend Neufahrzeuge mit E-Antrieb gekauft werden. Befeuert von der staatlichen Förderung und mehr Auswahl hat sich die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr verdreifacht. So wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt etwa 194.000 rein batterie-elektrische Pkw zugelassen.

Rechnet man die anderen alternativen Antrieben wie Plug-in-Hybriden, Gas- oder Wasserstoffantrieb dazu, fuhren knapp 395.000 klimafreundliche Autos auf die Straßen. Damit betrug der Anteil an Neuzulassungen rund ein Viertel.

Hierzulande gibt es bis zu 9.000 Euro Zuschuss (inkl. Prämie der Hersteller) für E-Autos, für Hybride sind es noch 6.750 Euro bis Ende 2025. Den Betrag gibt es aber nur, wenn das Auto nicht mehr als 40.000 Euro Netto-Listenpreis kostet. Dazu kommt noch fünf Jahre Kfz-Steuererlass. Wer zu Hause laden will, braucht eine Wallbox, die seit dem November 2020 mit 700 Euro gefördert wird. Die großzügige staatliche Subventionierung führt dazu, dass Gebrauchtwagen mit E-Antrieb oft zum Ladenhüter werden.

Aktuell kosten neue E-Autos jedoch mehr in der Anschaffung als eines mit traditionellem Antrieb. Kostentreiber ist die Batterie. Hier zeichnet sich allerdings ein Preisverfall ab. Dafür fallen für E-Autos weniger Unterhaltskosten an. Das ist zumindest bei vollelektrischen, also batteriebetriebenen Fahrzeugen der Fall.

Diese Modelle brauchen keine Schmierstoffe, die ausgetauscht werden müssen. Darüber hinaus haben sie viel weniger Teile als ein Verbrenner und sind darum weniger gegen Verschleiß anfällig. Der Auspuff beispielsweise kann beim Vollstromer nicht kaputtgehen, es gibt nämlich keinen.

Neue Reifen und TÜV-Prüfungen fallen aber auch hier regelmäßig an und statt Benzin- natürlich Stromkosten. Die Strategieberatung PwC-Strategy& hat in einer Studie aus dem Jahr 2020 den Kostenblock verglichen. Fazit: Elektro-Kleinwagen mit 150 Kilometern Reichweite verursachen unterm Strich geringere Kosten als ein Diesel oder Benziner. Bei E-Autos mit 300 Kilometer Reichweite ist eine Bilanz zugunsten der elektrischen Variante ab 2024 möglich. Ab 600 Kilometer Reichweite wird ein Benziner noch lange günstiger sein.

Wer nicht auf Strom abfährt, findet bei den gasbetriebenen Autos eine gute Alternative. An der Tanksäule wundert man sich immer wieder über den geringen Gaspreis. Diese Antriebsart ist beim Verbrauch einer der günstigsten und zugleich umweltfreundlichsten. In Deutschland wird Gas durch eine ermäßigte Kfz-Steuer gefördert. Dazu sponsern viele Gasversorger bei einer Kaufentscheidung das Erdgasfahrzeug mit einer Förderprämie. Leider haben viele Hersteller die Produktion dieser Modelle eingestellt. Derzeit fokussieren die meisten europäischen Staaten ihre Förderung auf die E-Mobilität. Dazu kommt: Die Tankmöglichkeiten sind in vielen Ländern rar.

Kfz-Steuer ist eine stattliche staatliche Einnahme

Bei allen Fahrzeugen wird eine Steuer fällig, sobald sie auf öffentliche Straßen fahren. Die Kfz-Steuer ist eine wichtige staatliche Einkommensquelle. In Deutschland beispielsweise ist die Abgabe mit einem jährlichen Steueraufkommen von rund neun Milliarden Euro die viertgrößte Einnahmequelle des Zolls, der in der Bundesrepublik seit 2014 die Steuer eintreibt.

Seit dem 1. Januar gilt bei einer Neuzulassung eine neue Berechnungsgrundlage: Pro angefangene 100 ccm Hubraum zahlt man bei Benzinern 2 Euro. Darunter fällt laut Landgericht Berlin (AZ: 5 O 90/13) auch ein Auto mit Tageszulassung. Das Gericht verweist auf ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2003 (BGH-Urteil vom 15.10.2003/AZ: VIII ZR 227/09). Dieselfahrzeuge kosten gleich mal 9,50 Euro pro 100 ccm Hubraum. Dazu addiert sich der CO2-Aufschlag. Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 95 g/km zahlen für jedes Gramm CO2, das diese Grenze überschreitet, 2,00 Euro Steuern – unabhängig davon, ob es sich um einen Benziner oder Diesel handelt.

Emissionsarme Pkw mit Verbrennungsmotoren, die einen CO2-Wert bis 95 g/km ausweisen, sind fünf Jahre steuerbefreit. Alle vorher zugelassenen Autos sind von der deutschen Neuregelung unberührt, heißt es beim Bundesfinanzministerium.


💡 Steuerbefreit oder vergünstigt sind, neben einigen Ausnahmen wie Feuerwehrautos, Fahrzeuge, die für schwerbehinderte Menschen zugelassen sind, welche die Voraussetzungen nach § 3a Abs. 1 KraftStG erfüllen. Sie können eine Ermäßigung der Kraftfahrzeugsteuer um 50 Prozent erhalten (Quelle: Bundesfinanzministerium).


Versicherung gehört dazu

Neben Steuer und Wartung kommt die Versicherung noch dazu. Hier handelt es sich um eine Pflichtversicherung in allen EU-Ländern. Sie deckt alle bei einem Unfall verursachten Personen- und Sachschäden ab, die anderen entstanden sind. Andere Kosten (z. B. die Kosten von Reparaturen am eigenen Fahrzeug) sind nicht abgedeckt. Die Höhe der Prämie hängt beispielsweise in Deutschland in erster Linie von der Schadenfreiheitsklasse ab. Je länger man für die Versicherung unfallfrei fährt, desto besser ist das fürs Portemonnaie.

„Es gibt keine EU-weiten Vorschriften für freiwillige Autozusatzversicherungen“, heißt es bei der Europäischen Union. Bei einer Vollkasko in Deutschland (bei Neufahrzeugen sinnvoll und bei finanzierten Autos Voraussetzung) richtet sich die Prämie nach einer anderen SF-Klasse als in der Haftpflicht. Für die Summe einer Teilkasko ist die SF-Klasse irrelevant. Die ist bei Gebrauchtwagen die meistgewählte und zahlt bei Beschädigungen am eigenen Auto unter anderem für Wetterschäden, genauso wie bei Diebstahl. Zudem sind bei einer Teilkasko-Versicherung selbst verschuldete Schäden und Vandalismus eingeschlossen.

Den kann jeder treffen, denn die „lieben“ Menschen, die einem das Auto beispielsweise mit Schlüsseln verkratzen, sterben leider nicht aus. Oder ein selbstverschuldeter Unfall hinterlässt am eigenen Fahrzeug Spuren.

Rechnet man alle Kosten zusammen, sind die 25 Prozent des Einkommens für den Unterhalt des Fahrzeugs schnell erreicht. Ist das der Fall, sollte man sich den Kauf dieses Autos noch einmal überlegen.

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