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09 März 2020

Gebrauchtwagenkauf – keine Kunst, sondern Kenntnis

Seit der Corona-Krise gewinnt das eigene Auto wieder an Stellenwert, ermittelte das Marktforschungsinstitut Kantar. Vor allem junge Gebrauchte sind derzeit begehrte Kaufobjekte. Entscheidet man sich für ein Auto, gibt es beim Autokauf einiges zu beachten. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Das Geschäft mit Gebrauchten lief im vergangenen Jahr gut. Das lag an einem deutlich höheren Preis pro Auto. Dem ist zu verdanken, dass der Rückgang beim Volumen überkompensiert wurde. Nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) stiegen allein in Deutschland der durchschnittliche Preis von 16.470 Euro im Jahr 2019 auf 18.570 Euro im vergangenen Jahr. Das sind gegenüber dem Vorjahr 12,75 % mehr. Bei den freien Händlern*innen wurde es noch teurer für Käufer*innen. Hier kletterten die Preise im Jahr 2020 um 36,1 % auf 13.310 Euro.

Bevor man also die Freiheit durch ein eigenes Automobilmobil genießt, steht zunächst die Investition. Darum muss man sich vorab klar werden, welches Auto man will: Soll es ein Kleinwagen sein, ein SUV oder eher eine Limousine? Steigt man nach der obligatorischen Probefahrt aus dem Auto aus und weiß, das ist es, folgt das Verkaufsgespräch. Aber vorher sollte noch einmal ein technisch versierte/r Freund*in oder eine unabhängige Werkstatt das Fahrzeug gegenchecken. Er oder sie kann den Wunschwagen unvoreingenommen auf Gepflegtheit, Dellen oder Verschleiß prüfen. Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Darüber hinaus kann man über die CARFAX Gebrauchtwagenhistorie erfahren, ob das Auto in 20 Ländern der EU und in Nordamerika eine Vorgeschichte hat. Zum Beispiel, durch wie viel Hände das Fahrzeug in welcher Zeit gewandert ist und wie hoch der Kilometerstand sein müsste. Besteht das Auto diese Prüfungen, geht es auf die Zielgeraden.

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Kann ich den Preis verhandeln?

Das Feilschen ist beim angezeigten Verkaufspreis einkalkuliert. Vor allem, wenn auf dem Verkaufsschild ein VB für Verhandlungsbasis steht. Will ein/e Händler*in partout nicht beim Preis nachgeben, gibt es auf Nachfrage möglicherweise ein anderes Extra wie einen Benzingutschein, Winterreifen oder besondere Felgen bei Vertragsabschluss obendrauf.

Wie viel Spielraum man bei der Preisverhandlung hat, kann man über die Online-Automärkte ermitteln. Die spiegeln die aktuellen Marktpreise wider. Darüber hinaus beeinflussen Alter und Zustand die Höhe der Kaufsumme. Ab 100.000 Kilometer auf dem Tacho muss man sich bewusst sein, dass der Wagen mehr und mehr Service braucht. Verschleißteile wie Bremsen, Licht oder Stoßdämpfer sind bei der Beanspruchung in die Jahre gekommen und müssen möglicherweise ausgetauscht werden. Da kann sich ein günstiges Auto langfristig als Geldvernichtungsmaschine herausstellen.

Doch egal in welchem Zustand ein Auto ist, ein/e Verkäufer*in will verkaufen. Das bedeutet, das Beste wird hervorgehoben und das Schlechte herunterspielt. Mitunter versuchen Händler*innen den/die Käufer*in unter Zeitdruck zu setzen, nach dem Motto „Für das Auto haben wir schon einige Interessenten“. Da heißt es „cool“ bleiben. Andere Verkäufer*innen haben auch schöne Modelle. Hat man sich grundsätzlich preislich geeinigt, beginnt die Vertragsphase.

Ein Vertrag mit einem/r Händler*in hat den Vorteil, dass eine Gewährleistungspflicht von zwei Jahren gesetzlich geregelt ist. Eine Privatperson kann das ausschließen. Die Lieblingsfloskel in den Verträgen lautet: „Wie gesehen so gekauft“. Dafür ist das Auto bei dieser Handelsform meist günstiger als im Autohaus. Hier muss man abwägen, was einem ein mögliches Risiko wert ist.


💡 Was genau ist durch die Gewährleistungsrechte abgedeckt? Kommerzielle Verkäufer*innen haften für Sachmängel, Privatpersonen nicht, außer für Garantiezusagen oder bewusst verschwiegene Defekte. Bei Letzterem spricht man von arglistiger Täuschung und das bezieht sich auf alle Mängel, die zum Zeitpunkt des Kaufes vorhanden waren und über die nicht informiert wurde. Für Verschleißteile gilt die Haftung nicht. Bemerkt der/die Käufer*in einen möglichen Sachmangel erst ein halbes Jahr nach dem Kaufdatum, liegt die Beweislast bei ihm/ihr. Bei der Gewährleistung handelt es sich um ein europaweit geltendes Recht, das in der Richtlinie 99/44/EU festgelegt ist. Grundsätzlich kann bei einem Autokauf im EU-Ausland davon ausgegangen werden, dass die Gewährleistungsdauer bei neuen Fahrzeugen mindestens 2 Jahre beträgt. Diese Frist kann beim Gebrauchtwagen vertraglich auf ein Jahr reduziert werden. Außer in Schweden. Dort gilt im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern eine Verjährungsfrist von 3 Jahren.


Kann ich bar zahlen?

Grundsätzlich ist beim Kauf oder Verkauf nichts gegen Bargeld einzuwenden. Autohändler*innen wollen häufig eine Überweisung, bevor sie Schlüssel, Papiere und Auto übergeben. Verkauft man ein Auto, sollte man sich vor Falschgeld absichern. Wenn man mit dem/der Käufer*in zu einer Bank geht und über den Geldautomaten den Betrag auf das eigene Konto einzahlt, ist man in diesem Punkt sicher.

Der Bezahlvorgang fällt möglicherweise unter das Geldwäschegesetz, das seit Februar 2021 modifiziert wurde. Achtung, nun wird es amtlich: „Bei Bartransaktionen, die von Verpflichteten innerhalb einer Geschäftsbeziehung (z. B. Bareinzahlung auf ein Kundenkonto) durchgeführt werden und die einen Betrag von 10.000 Euro überschreiten, ist grundsätzlich die Herkunft der Vermögenswerte durch entsprechende Dokumente nachzuweisen“, erklärt die deutsche Finanzaufsichtsbehörde (BaFin). Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die gesamte Europäische Union.

Kauft man als deutsche/r Staatsbürger*in das Auto im EU-Ausland und führt zur Abwicklung eine Summe von über 10.000 Euro bei sich, muss man den Betrag beim deutschen Zoll deklarieren. Wenn der/die Verkäufer*in im EU-Nachbarland auf Bares besteht, ist zu klären, wie die Mehrwertsteuer abgerechnet wird. In dem Fall unterscheidet man im europäischen Raum zwischen neuen und gebrauchten Autos. Neufahrzeuge werden innerhalb der EU ohne Mehrwertsteuer verkauft. Bei Fahrzeugen aus zweiter Hand, die durch den Autohandel verkauft werden, ist „die Mehrwertsteuer bereits im Kaufpreis enthalten“, erklärt die europäische Verbraucherzentrale.


💡 Wann spricht man von einem Neu- und wann von einem Gebrauchtwagen? Als Neufahrzeug wird ein Auto bezeichnet, das erst ein halbes Jahr seit der Erstzulassung auf den Straßen fährt oder eine Laufleistung von höchstens 6.000 Kilometern hat. Gebrauchte sind Automobile, die die Sechs-Monats-Frist überschritten haben und mehr als 6.000 Kilometer gelaufen sind.


Muss beim Autokauf ein aktueller Prüfbericht vorliegen?

Muss nicht, sollte aber. Die meisten Händler*innen stellen den Wagen vor dem Verkauf aber sowieso einer Prüforganisation wie dem TÜV oder der Dekra vor. Das ist nicht uneigennützig, sondern ein gutes Verkaufsargument. Sollte die Hauptuntersuchung (HU) nicht aktuell sein, sollte man den nächsten Termin kennen. Denn den muss dann der/die neue Besitzer*in wahrnehmen. Darum ist es nützlich, wenn das Auto ein „frisches Siegel“ hätte. Eine noch gültiger TÜV ist zudem für die Zulassung notwendig. In Deutschland gilt, dass bei Neufahrzeugen 3 Jahre nach der Erstzulassung die Hauptuntersuchung erforderlich wird, dann alle 2 Jahre.

Ist der Prüfbericht beim Fahrzeug nicht aktuell, steht es dem/der Käufer*in frei, einen Gutachter auf eigene Kosten zu beauftragen. Will man sich den sparen, kann man mithilfe der CARFAX Gebrauchtwagenhistorie – bei entsprechender Datenlage – anhand der Historie des Autos sehen, ob die Angaben bei den Verkaufsgesprächen mit dem des Fahrzeugs übereinstimmen. Das ist ein starkes Indiz für einen soliden Vertragspartner. Für Deutschland gibt es das aktuell noch nicht. Ist man hier unsicher, sollte man das Fahrzeug bei TÜV oder Dekra vorstellen.

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Wie sollte ich beim Gebrauchtwagenkauf vorgehen?

Das ist eine ganze Menge Stoff, der vor der Fahrfreude steht. Darum hier noch mal die wichtigsten Kriterien von Profis in einer Autokauf-Checkliste zusammengefasst:

Erster Tipp:

Die Angaben zum Fahrzeug sollten gegengecheckt werden. Das kann mit der Vorfahrt bei einer technischen Prüforganisation passieren und mit der Überprüfung der CARFAX Gebrauchtwagenhistorie. CARFAX erhält Daten zur Vorgeschichte eines Fahrzeuges aus 20 EU-Staaten und Nordamerika. So kann man überprüfen, ob das Fahrzeug in einem dieser Länder schon mal angemeldet war. Sind die Angaben schlüssig, ersetzt das aber nicht die Probefahrt, bei der man sich von dem technischen Zustand ein Bild machen (zum Beispiel: Schleift die Kupplung oder sprechen die Bremsen erst spät an?) und einen genauen äußerlichen Check des Autos kann (zum Beispiel zeigt sich Rost, sind Dellen oder Kratzer zu sehen).

Zweiter Tipp:

Barzahlungen sind erlaubt, aber ab 10.000 Euro fällt der Betrag unter Geldwäschegesetz. Ab der Summe muss die Herkunft nachgewiesen werden. Tätigt man einen Barkauf im EU-Ausland, ist das Geld beim deutschen Zoll anzumelden.

Dritter Tipp:

Grundsätzlich sollte man zum/r Händler*in seines Vertrauens gehen. Beim Kauf im Internet ist es ratsam, den/die Händler*in unter die Lupe zu nehmen (z. B. durch Internetrecherche via Google und auf Bewertungsseiten). So kann man sehen, ob es sich bei der Adresse tatsächlich um das Gelände des Autohauses handelt und welche Erfahrungen andere Kunden*innen dort gemacht haben. Ist das Autohaus solide, gibt es ein Impressum, in dem die Steuernummer steht. Achte beim Kaufvertrag vom/ von der Händler*in darauf, dass die Gewährleistung nicht ausgeschlossen wurde.

Vierter Tipp:

Man sollte bei der Übergabe prüfen, ob die Fahrzeugdokumente vollständig sind, sonst kann es Ärger bei der Zulassung geben. Das Scheckheft (wenn es nicht digital bei der Werkstatt geführt wird) sollte ebenfalls vorhanden sein. Anhand dessen kannst du prüfen, welche Inspektionen gemacht wurden.


💡 In Deutschland sind das die Veräußerungsanzeige, Fahrzeugbrief und -schein (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II), HU-Bericht und die AU-Bescheinigung und, wenn vorhanden, das Serviceheft sowie Reparaturrechnungen. Was brauche ich beim Kauf aus dem Ausland? Kaufvertrag und/oder die Rechnung sowie Zulassungsdokumente. Stimmt der Name des/der Verkäufers*in in der Zulassung überein oder liegt eine Vollmacht vor, ist damit gesichert, dass das Fahrzeug wirklich der genannten Person gehört und nicht verpfändet ist. Zusätzlich empfiehlt sich eine „Confirmation of Conformity“, also ein Konformitätszertifikat, rät die Verbraucherschutzzentrale der EU. Das Papier belegt die Typengenehmigung der Europäischen Union für das Fahrzeug. Wenn es der/die Händler*in nicht hat, kann man beim Hersteller ein Duplikat anfordern.


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