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19 April 2021

Import-Fahrzeuge: Toptipps für den grenzenlosen Autokauf

Wer beim Autokauf sparen will, sollte einen Blick über die Grenzen werfen. In den Nachbarländern kann der Neuwagen schon mal bis zu einem Drittel günstiger sein. Doch nicht immer schlägt das Herz für ein neues Modell. Gebrauchtwagen aller Art kann man auch aus der ganzen Welt importieren. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Der Import innerhalb der EU kann sich lohnen

BMW's größtes Werk liegt nicht in Bayern, sondern in South Carolina. Hier werden hauptsächlich die in aller Welt begehrten SUV gebaut. Dadurch sind die Münchner die Nummer 1 unter den Autoexporteuren der USA.

Das Beispiel zeigt, dass die Autobranche global denkt. Das gilt jedoch nur für die Produktion, aber nicht für die Preise. Die sind von Land zu Land unterschiedlich. Das trifft vor allem auf den Wirtschaftsraum EU zu. So kostet das gleiche aktuelle Golf-Modell in Spanien weniger als in Deutschland. Grund für die Preisschwankungen ist die Nettopreisgestaltung der Hersteller. Die orientiert sich an der Kaufkraft des jeweiligen Marktes. Damit eröffnet sich durch den Fahrzeugimport eine günstige Alternative. Das gilt allerdings nur für das Volumensegment. Je teurer das Auto, desto geringer ist die Differenz.

Gebrauchtwagen Jahresdurchschnittspreis pro Land

(Quelle: autoscout24.de)

Es gelten die Steuerregeln des Anmeldeorts

Darüber hinaus zahlt man Abgaben und Steuern dort, wo das Auto angemeldet wird. Also fallen die Zulassungsgebühren in den Ursprungsländern des Autos weg. Beispiel Italien: Hier zahlt man Gebühren für die Einschreibung in das Pubblico Registro Automobilistico. Geht das Auto aber nach Deutschland, gelten die dortigen Regelsätze. Zudem reduzieren sich die Umsatzsteuersätze. In Schweden beträgt der Satz 25 Prozent. In den Niederlanden und Spanien werden 21 Prozent Mehrwertsteuer draufgeschlagen, in Deutschland dagegen nur 19 Prozent. Damit verbilligt sich das Fahrzeug schon um mindestens 2 Prozent.


💡 Trifft das Auto bei dir ein, musst du innerhalb einer Frist die Umsatzsteuer erklären. In Deutschland beispielsweise innerhalb zehn Tagen mit der Anlage USt 1 B, die den griffigen Namen „Umsatzsteuererklärung für die Fahrzeugeinzelbesteuerung“ hat. Wenn keine Mehrwertsteuer fällig wird (z. B. Schweiz), lasse das unbedingt im Kaufvertrag aufnehmen.


Entschließt du dich zu einem EU-Import, hast du mehrere Möglichkeiten: Entweder du suchst über die Online-Autobörsen ein Fahrzeug von einem/r Händler*in in dem EU-Land oder du wendest dich an ein auf Importe spezialisiertes Autohaus an deinem Standort. Wichtig ist, dass es sich um ein Autohaus und nicht um eine/n Vermittler*in handelt. Nur dann greifen die Gewährleistungsregeln für den Handel.

Ist das im Ausland, sollte man einige Dinge prüfen, wie das Impressum auf der Internetseite. Dort sind Adresse, Kontaktdaten, der Name der Geschäftsführung und in den meisten Fällen die Steuernummer notiert. Sind die Angaben nicht vollständig, ist Vorsicht geboten.

Auf eines macht der Versicherer Allianz noch aufmerksam: Sollte es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen, gilt das Rechtssystem des Landes, wo gekauft wurde. Da der Kaufvertrag meist in der jeweiligen Landessprache verfasst ist, ist daher schon eine Übersetzung erforderlich. Und: Eine Rechnung ist Bestandteil des Kaufabschlusses.

Ohne gründlichen Check keinen Gebrauchtwagen kaufen

Bei Gebrauchtwagen sollte man unbedingt die Verkaufsangaben mit einer CARFAX Gebrauchtwagenhistorie gegenprüfen. Das ersetzt jedoch nicht die Probefahrt. Ist die aber aufgrund der Entfernung nicht möglich, sollte ein aktueller technischer Prüfbericht vom/von der Verkäufer*in angefordert werden.

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FIN eingeben

Der gehört laut europäischer Verbraucherzentrale (EVZ) zu den benötigten Zulassungspapieren, wenn das Auto älter als drei Jahre ist. Die Zulassungsstelle gibt Auskunft darüber, ob der entsprechende technische Prüfbericht des Herkunftslandes auch akzeptiert wird. Darüber hinaus muss bei der Zulassung des Fahrzeugs aus einem anderen EU-Land „die EG-Übereinstimmungsbescheinigung oder COC-Papier“ vorgelegt werden. Ist diese nicht vorhanden, kann sie beim Hersteller angefordert werden. Existiert das Formular (z. B. bei Reimport aus dem EU-Ausland oder bei nachgerüsteten Fahrzeugen) nicht, ist ein Vollgutachten einer Prüfstelle, zum Beispiel beim TÜV mit technischem Datenblatt vorzulegen. Dazu kommt noch die Mitteilung über innergemeinschaftlichen Erwerb (für Neufahrzeuge). Die ist laut EVZ bei der Zulassungsstelle erhältlich. „Mit diesem können die Behörden feststellen, ob die Mehrwertsteuer in Deutschland abzuführen ist“, so die Verbraucherzentrale.


💡 Auch, wenn in der Umgangssprache der Begriff Reimport gerne verwendet wird, ist er nicht immer korrekt. Wenn das Auto aus dem Ausland kommt, trifft das nur dann zu, wenn es in das Land verkauft wird, wo es produziert wurde. Beispiel: Ein Audi aus Ingolstadt, der nach Deutschland beispielsweise aus Polen eingeführt wird, ist ein Reimport. Ein Seat dagegen nur ein Import, da er in Martorell bei Barcelona gefertigt wird.


Vorsicht bei Privatautokauf

Die Liebhaber*innenautos stehen allerdings meist nicht auf den Höfen der Händler*innen, sondern werden von Privat angeboten. Handelt es sich bei dem/der Verkäufer*in um eine Privatperson, sollte die Gebrauchtwagenhistorie des Fahrzeugs erst recht via CARFAX gecheckt werden. Der Betrag dafür ist gut investiert. Denn im privaten Handel sind leider kriminelle Elemente unterwegs. Die fordern häufig vorab eine Anzahlung von ein paar Tausend für den Transport oder aus anderen dubiosen Gründen. Da kann man nur warnen: „Vorsicht Falle!“. Vor allem, wenn der/die Verkäufer*in auf eine zügige Überweisung besteht.

Fahrzeuge aus den USA sind ein beliebter Importartikel

Fans von US-Fahrzeugikonen sollten sich auf jeden Fall im wahrsten Sinne des Wortes ein möglichst genaues Bild des Autos vor der Verkaufsverhandlung machen. Denn in den USA werden mitunter Reparaturen und Restaurierungen auf einem niedrigeren Qualitätsniveau durchgeführt als in Europa. Auch hier liefert die CARFAX Gebrauchtwagenhistorie eine gute Recherchegrundlage.


💡 Seit dem Jahr 2000 wurden 1,7 Mio. Fahrzeugen mit Vorschäden aus den USA nach Europa exportiert. Hinter diesen abstrakten Zahlen stehen 1,7 Mio. individuelle Geschichten und Schicksale. Menschen, die lange auf ihr neues Auto gespart haben, aber nur einen minderwertigen und im Zweifelsfall sogar unsicheren Wagen erhalten haben. Gehen wir vom Durchschnittspreis von 22.995 Euro aus, den ein großer Online-Marktplatz für Gebrauchtwagen für sieben europäische Länder errechnet hat, wurden fast 40 Milliarden Euro für Fahrzeuge mit Vorschäden ausgegeben.


Zahl der US Import nach Europa

Ein weiterer Tipp: Rechne vor dem Kaufabschluss die Zusatzkosten noch mal darauf. Auf den Verkaufspreis eines US-Imports addieren sich die Auto-Importkosten. Das sind mögliche Einfuhrsteuern, Zollgebühren, Transportversicherung und -kosten, Zulassung und eventuelle technische Umrüstungsaufwendungen ((bei US-Fahrzeugen sind dass das Licht, das auf die Einhaltung der TÜV-Anforderung geprüft wird, Reifen (wenn sie kein EG- oder ECE- Kennzeichen haben) oder das Navi, das auf Europa angepasst werden muss. Ein Thema sind ebenso die in Europa vorgeschriebenen Grenzwerte hinsichtlich Schadstoffemissionen und Geräuschpegel)). US-Fahrzeuge werden nicht nur vom Zoll geprüft, sondern müssen auf jeden Fall dem TÜV vorgefahren werden. Das relativiert in der Summe den Kaufpreis noch einmal. Der ADAC hat das anhand eines Beispiels bei einem Kaufpreis von 15.000 US-$ (der deutsche Zoll rechnet den Betrag zum jeweiligen Tageskurs in Euro um) demonstriert:

US-Kaufpreis von 15.000 US-Dollar umgerechnet € 13.805

  • + Fracht u. Versicherung bis deutscher Hafen ca. € 767 = € 14.572

  • + davon 10 % Zoll € 1.457 = € 16.029

  • + davon 19 % Einfuhrumsatzsteuer € 3.046

  • = Gesamtbetrag € 19.075

(Quelle: ADAC).

Die gute Nachricht: Bei Oldtimern aus den Staaten wird - nicht wie bei normalen Gebrauchten - kein Zoll erhoben. Ein weiterer Vorteil: Es gilt ein reduzierter Einfuhrumsatzsteuer-Satz von sieben Prozent. Dafür muss das Auto im Originalzustand sein, keine grundlegenden Modifikationen beim Fahrgestell, Steuerung, Bremsen und Motor haben, 30 Jahre auf dem Buckel haben oder nicht mehr produziert werden. Ansonsten gilt nach den Angaben des ADACs EU-weit 10 Prozent Zoll. Der Einfuhrzoll wird laut Automobilclub auf den sogenannten C.I.F.-Value aufgeschlagen (C.I.F. steht für Cost, Insurance and Freight). Der errechnet sich aus dem Kaufpreis plus Versicherung plus Verpackungs- und Frachtkosten. Der Betrag der Einfuhrumsatzsteuer wird auf Basis des C.I.F.-Value und dem Einfuhrzoll festgelegt.

Jetzt muss das Auto nur noch von den Staaten in die EU transportiert werden. Das dauert bis zu vier Wochen, wenn das Auto drei Tage vor Verladung mit vollständigen Papieren am Hafen ist. Das zu organisieren ist zwar für jedermann möglich, aber kostet Nerven. So gesehen ist ein Profi, der zwischen 1.600 und 2.000 Euro kostet, gar nicht so teuer.

Ist das importierte Auto, ob Neuwagen oder Rarität erst mal auf den heimischen Straßen zugelassen, steht dem Fahrspaß mit garantiert hohem Aufmerksamkeitsfaktor nichts mehr im Weg.


💡 Neben Fahrzeugpapieren, Vertrag und Rechnung ist das Certificate of Title bei Gebrauchtfahrzeuge notwendig. Das informiert aber nicht über die Vorbesitzer*innen. Bei Neufahrzeugen benötigst du das Original Certificate of Origin inklusive zwei notariell beglaubigten Kopien der Vorder- und Rückseiten.


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